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Der Sandmann

Schauspiel

nach der Erzählung von E.T.A. Hoffmann (1816)

"Sei überzeugt, dass diese fremden Gestalten nichts über dich vermögen – nur der Glaube an ihre feindliche Gewalt kann sie dir in der Tat feindlich machen."

Das Leben des jungen Studenten Nathanael ist seit Kindertagen durch die Erzählung eines alten Märchens, in dem der Sandmann den unartigen Menschenkindern die Augen aushackt, traumatisch geprägt. Eine Figur erhält diese Erzählung im Advokaten Coppelius, der des Nachts mit Nathanaels Vater Experimente durchführt, bei denen letzterer schließlich ums Leben kommt. Viele Jahre später holen Nathanael die Erinnerungen wieder ein, als der Wetterglashändler Coppola vor seiner Tür steht, in dem er einen Wiedergänger des Coppelius zu sehen glaubt.  Alle Versuche seiner Verlobten Clara, ihm aufzuzeigen, dass alles nur in seinen Gedanken existiert, scheitern jedoch. Durch ein von Coppola gekauftes Perspektiv erblickt Nathanael schließlich Olimpia, die Tochter seines Professors, die ihn magisch in ihren Bann zieht. Ohne zu wissen, dass es sich bei ihr um eine mechanische Holzpuppe handelt, verliebt er sich unsterblich in sie. Zunehmend verfällt er einem immer stärker werdenden Wahnsinn – Traum und Wirklichkeit verschwimmen immer mehr.

E.T.A. Hoffmanns Nachtstück "Der Sandmann" ist bis heute das prominenteste Werk der Schauerromantik und fester Bestandteil im schulischen Literaturkanon. Im Zentrum steht der musisch veranlagte Physikstudent Nathanael, der die Welt nur durch die Brille seiner Kindheitstraumata betrachten kann. Durch seinen Hang zum mystischen entfremdet er sich immer mehr von seiner Verlobten, deren Versuche, ihn zurück in die wirkliche Welt zu führen, auf ihn wie Verrat wirken. Schließlich verliebt er sich sogar in einen leblosen Holzautomaten. In der Inszenierung erforschen wir Nathanaels Albtraum und hinterfragen sein Handeln. Das menschliche Auge als Motiv ist omnipräsent – denn selten liegen Wahrheit, Traum, Liebe und Wahnsinn so nah beieinander.

Premiere am 08. Februar 2023

Ensemble:
Lucia Cora

Petra Schlesinger

Jakob Walter

Kreativteam:

Regie & Ausstattung | Marvin Heppenheimer

Musik | Yannic Noël Blauert

Video | Simeon Blauert

Team:

Grafikdesign | Sven-Helge Czichy

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