Der Kaufmann von Venedig

Komödie

von William Shakespeare (1605)

in der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel (1843/44)

"Glaub mir, hätte ich so viel auf dem Spiel stehen wie du, dann wäre der beste Teil von meinem Herzen auswärts bei meiner Hoffnung."

Bassanio bittet seinen besten Freund um ein Darlehen, denn er möchte um die schöne Portia werben, die jeden potenziellen Gemahl einer Prüfung unterzieht. Da Antonio das Geld aber selbst nicht aufbringen kann, er seinen Freund aber um sprichwörtlich jeden Preis unterstützen möchte, leiht er es sich bei seiner Konkurrentin Shylock, einer gierigen Geschäftsfrau. Diese fordert jedoch als Sicherheit ein Stück seines Fleisches, falls er den Kredit nicht fristgerecht zurückzahlen kann. Für seinen besten Freund willigt Antonio ein. Gleichzeitig kommt es zu einigen amourösen Verwicklungen, die die Situation merklich verkomplizieren. Als dann auch noch die Handelsschiffe Antonios in einen Sturm geraten und er seine Schulden nicht an Shylock zurückzahlen kann, fordert diese – wie zu erwarten – ihr Pfund Fleisch ein. Es kommt zum Gerichtsprozess. Nun will Bassanio, der zurückgekehrt ist, seinem Freund helfen, da er durch seine Vermählung nun in der Lage ist, die Schuldens seines Freundes zu tilgen. Doch Shylock beharrt auf ihren geforderten Preis. In eben diesem Prozess taucht wenig später ein in der Stadt unbekannter Anwalt auf, der die Verhandlungen in eine völlig neue Richtung führt…

William Shakespeares 1605 uraufgeführte Komödie „Der Kaufmann von Venedig“ blickt auf eine wechselhafte Rezeptionsgeschichte zurück. Im Laufe der Zeit wurden Shakespeare insbesondere antisemitische Tendenzen in seinem Werk vorgeworfen. Mit dieser nichtsdestotrotz immer noch aktuellen Thematik bricht diese Inszenierung und überführt den Konflikt zwischen Antonio und Shylock stattdessen in einen Kampf der Geschlechter. Ganz im Sinne der Shakespearschen Freude am Verkleiden und Täuschen erscheint uns Shylock nun nicht mehr als Geschäftsmann jüdischen Glaubens, sondern als vermögende Karrierefrau mit hohen kapitalistischen Ambitionen. Ihr konträr gegenüber steht Portia, die dem männlichen Geschlecht zwar nicht abgeneigt gegenübersteht, sich ihm jedoch keinesfalls unterordnet und auf ihr persönliches Glück bedacht ist. Und so steht neben den klassischen Themen wie Geld, Macht und Liebe auch die Frage nach Emanzipation im Raum während gleichzeitig die Geschlechter zu verschwimmen scheinen.

Premiere am 01. September 2022

Ensemble:
Shylock | Petra Schlesinger

Antonio | Tim Albrecht

Bassanio | Jakob Walter

Portia | Julia Haase

Nerissa | Angela Herzog

Lancelot | Yanna Vick

Gratiano | Niklas Neureuther

Salerio | Silvia Zennia

Lorenzo | Laurin König

Jessica | Melanie Herms

Gobbo/ Tubal | Dinah Divaris

Sandor/ Arragon | Niklas Neureuther

Gold, Silber & Blei | Elke Seipel/ Mechthild Köhl

Kreativteam:

Regie, Bühne & Kostüm | Marvin Heppenheimer

Team:

Technische Einrichtung | Selim El Masry (TIP) & Frederik Freber (TMH)

Grafikdesign | Sven-Helge Czichy